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Warum Akustik-Bilder keine Lösung sind + Alternativen um Schall im Wohnraum zu reduzieren

Warum Akustik-Bilder keine Lösung sind + Alternativen um Schall im Wohnraum zu reduzieren

Nun ein Thema, zu dem ich schon vor 2 Jahren angesprochen wurde und das so langsam an Fahrt aufnimmt, man verspricht sich wohl einen neuen Trend davon; es geht um Akustik-Bilder.

Einfach gesagt handelt es sich dabei um überteuert bedruckte grobporige Tücher oder Wandplatten mit Motiven, um Schall bzw. Echo in Räumen besser zu verteilen oder ganz zu dämmen.

Es soll die eierlegende Wollmilchsau sein; schön anzusehen und praktisch noch dazu.
Aber ganz so einfach ist das leider nicht.

Grundlegend spricht ja nichts dagegen, es kann jeder gerne machen, was er möchte, aber da mir meine Kunden am Herzen liegen, habe ich recherchiert und versucht herauszufinden, ob es dabei irgendwelche Nutzen gibt, die nicht auch ein Leinwandbild oder andere Maßnahmen erfüllen könnten.

Schall und dessen Verteilung im Raum ist ja keine Esoterik sondern einfache Physik. 

Wenn Schall an einer glatten Oberfläche aufprallt, schallt er genauso wieder zurück. Trifft der Schall auf eine diffuse Oberfläche, z. B.: Leinwandbilder, Raufasertapete, Putz, ein Akustik-Bild oder ganz profan; einfach Möbel, dann wird an der Stelle der Schall in viele kleinere Wellen gebrochen und kann sich nicht mehr so schnell im Raum verbreiten. 

So einfach ist das.

Das ist der simple Grund, warum es selbst in einem bewohnten Betonbau mit gespachtelten Wänden mehr "Schallt" als in einem gleich großen Raum mit Raufasertapete an der Wand. Das kann man jetzt für "Out-of-Date" halten, man muss nur ausrechnen, wieviel eine grobe Tapete für seine Räume kosten und wie viele der zum Teil kostspieligen "Akustik-Bilder" man benötigt, um denselben Effekt zu erzielen.

Gleichermaßen kann man auch überlegen, ob man anstelle der Akustik-Bilder nicht einfach Leinwandbilder nimmt, da muss ich sogar als Künstler noch eine gute Schippe drauflegen, um an die Preise zu kommen, die solche Firmen für ihre Produkte verlangen - und die sind noch nicht vom Künstler signiert!

Wir reden hier lediglich von Pressspanplatten mit Löchern drin oder Stoffen, die man auch an Banden einer Arena antreffen würde.

Einige meiner Kunden fragten, ob ich nicht so etwas auch anbieten könnte, da steht der optische Anspruch ja auch im Vordergrund.

Ginge es hier rein darum, den Schall zu resorbieren, um z. B.: ein Callcenter und damit 50 Büroplätze zu dämmen, dann müsste das nicht hübsch aussehen und mit Pyramiden-Schaumstoff bzw. damit bestückte Raumteilern ist das Thema erledigt.

Aber jeder, der z.B. ein Aufnahmestudio mal gesehen hat oder einen Proberaum, der weiß, dass dies kein schöner Anblick ist - aber das ist hocheffizient.

Meiner Ansicht nach ist alles, was nicht dieselbe Grobporigkeit aufweisen kann wie Schaumstoff, physikalisch mit der Wirkung von Leinwandbildern gleichzusetzen. Oder bestenfalls einer Tapete. Und was hilft bitteschön ein Pyramidenschaumstoff oder ähnlich guter Dämmstoff hinter einem bedruckten Stoff, wenn der Schall schon überwiegend am Stoff reflektiert?
Der praktische Nutzen ist mehr als fragwürdig.

Es wird aber nicht ohne einen Kompromiss gehen, auch horrende Summen für das Material zu bezahlen, machen aus einer mikroporösen Oberfläche kein Wunderobjekt, weil es physikalisch eben nicht möglich ist. Wir bezahlen soviel Geld für Dinge, die wir wollen, nicht für das, was wir tatsächlich bekommen. Es wird immer Frequenzbereiche geben, die mit dem einen oder anderen Material besser verringert würden, die Bildqualität leidet aber bei allen Akustik-Bildern gleichermaßen.

Im folgenden, eine Auflistung der Unzulänglichkeiten von Akustik-Bildern:

Quelle Raumfeeling.ch


Akustik-Bilder

Die Druckqualität auf Stoff oder auf beschichteten Holzplatten mit Mikroperforation muss nicht unbedingt schlechter sein per se, aber damit die Schall-Refraktion am stärksten ist, müssen Löcher da sein oder Unebenheiten, die bisweilen gröber sind als bei Leinwand. Hinzu kommt, dass viele der dafür benötigten Drucker entweder das Sublimationsverfahren nutzen - womit sich die verfügbaren Farben auf 4 beschränken oder es wird mit Plattendirektdruck oder UV-Direktdruck gearbeitet - welche ebenfalls nur mit 4 Farben, also CMYK arbeiten.

In den meisten Fällen sind diese mit lösungsmittelhaltigen Stoffen versetzt, welche im Außenbereich ihren Einsatz finden und dort maximal 5 Jahre halten, im Innenraum natürlich länger.


Leinwandbilder

Demgegenüber stehen die mindestens 8 Farben beim Digitaldruck sowie die bisher unerreichte Haltbarkeit der Pigmenttinten von 70-90 Jahren und den geringen Eco-Footprint den diese Tinten mit sich bringen, da sie nicht mit Lösungsmitteln auf Kunstharz-Basis versetzt sind.

Hier der direkte Vergleich zwischen 8 Farben Digitaldruck und 4 Farben Offsetdruck (vergleichbar mit Platten-Direktdruck da die Rasterung ähnlich ist)

Das sind Dinge, die sollte man einfach wissen, bevor man sich entscheidet

Selbst also wenn es ein Material gäbe, welches ich mit meinen Großformatdruckern bedrucken könnte, wenn es von der Oberfläche so hässlich ist wie das Beispiel oben, würde ich das freiwillig niemandem anbieten wollen, sorry. 


Aber es ist doch Belegt...

Der Grund, warum es Datenblätter zu Akustikplatten mit Hallraum-Messungen und Testergebnissen nach ISO 354:2003 / DIN EN ISO 11654 gibt, ist, dass ein Material damit getestet wurde

Warum wurde diese Zertifizierung noch nicht mit Leinwandmaterialien gemacht? 

Weil man damit kein neues Produkt hätte, welches man verkaufen könnte - und das Beste daran für die Akustik-Bild-Industrie; niemand wird wohl jemals eine ISO 354:2003 / DIN EN ISO 11654 Zertifizierung für Leinwandmaterial durchführen, weil ja niemand einen nutzen davon hätte, zumal das ja auch viel Geld kostet. Genauso wenig würde man diese Zertifizierung für Glasfaser-Tapeten finden, weil es eben unnötig ist.


Das kann man selbst tun

Wer also genau recherchiert und sich nicht hinters Licht führen lassen möchte, kann hier eine Menge Geld sparen.

Mein Tipp; Investieren sie lieber in eine gute Tapete mit strukturierter Oberfläche und kaufen ein paar Leinwandbilder am besten direkt vom Künstler.

Wenn am Raum etwas geändert werden kann, sollte man über folgende Lösungsansätze nachdenken:

  • Gardinen - einfaches aber probates mittel um Schall zu diffundieren
  • Teppiche helfen schon seit tausenden von Jahren den Schall zu bändigen
  • Bilderrahmen ohne Glas - z.B. das Glas bei bestehenden Rahmen entfernen
  • Stoff-Couch anstelle von Leder, Leder reflektiert Schall stärker als Stoff
  • Grobe Tapeten wie Raufaser, Glasfaser oder Vinyl-Tapeten
  • Leinwandbilder oder Mehrpanel-Leinwandbilder
  • Zusätzliche Abstandhalter für Leinwandbilder (führen den Schall zusätzlich in die Irre, esoterisch gesprochen:)
  • Mehr Möbel aus Holz und Stoff, generell verringert sich der Schall bei erhöhter Anwesenheit von Möbeln
  • Auf geringe Anzahl von Glasfronten oder Fenstern bzw. deren Größe achten - hilft nur vor dem Bau, Kauf oder Einzug

Natürlich werden Experten zum Thema Akustik da noch ergänzende Worte für haben, aber die bestehen dann meist aus; ...das kommt immer auf den Raum an, ...müsste man ausmessen sowie ...mit geeigneter Anzahl an Akustik-Bildern kann man das bestimmt hinbekommen. Egal wie man es dreht und wendet, es wird mehr Geld kosten, erst recht, wenn ein Fachmann dafür vorbeikommen muss, um den Raum zu vermessen.

Fazit:

In Großraumbüros, neumodischen Betonbunkern ohne Struktur (und Seele) oder in Foyers würde man einen Akustik-Experten schon vor dem Bau hinzuziehen, das im Nachgang zu absolvieren grenzt an grobe Fahrlässigkeit.

Für alle anderen, die ein Haus gekauft oder eine Wohnung bezogen haben, die etwas mehr "schallt", als es der Fall sein sollte, selbst nachdem alles eingerichtet ist, können von den vorhin genannten Tipps profitieren und damit ganz natürlich Schallreflexionen reduzieren.


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